Aquitaine, Bordeaux 6 Schlafplätze, 3 Schlafzimmer, 4.8 (11)
Durchschnittliche Bewertung in Bordeaux: 4.8 von 5 basierend auf 11 Bewertungen.
Wir haben 1 Flusskreuzfahrt in Bordeaux, Mit einer Summe von 6 Nächte Mit Preisen die von $3883 bis $3883 reichen Pro Nacht.
Bordeaux liegt in einer außergewöhnlichen geografischen Lage im Südwesten Frankreichs. Hier schlängelt sich die Garonne elegant durch die Stadt, bevor sie mit der Dordogne zum mächtigen Gironde-Ästuar zusammenfließt. Rund 500 Kilometer südwestlich von Paris und nur etwa 50 Kilometer von der Atlantikküste entfernt liegt diese UNESCO-Welterbestadt im größten geschützten Stadtgebiet der Welterbeliste. Es umfasst beeindruckende 1.810 Hektar architektonischer Pracht.
Die Garonne ist in Bordeaux zwischen 500 und 690 Meter breit und formt eine halbmondförmige Uferlinie, die der Stadt ihren Spitznamen eingebracht hat: Port de la Lune. Diese markante Flussbiegung prägt das Schicksal von Bordeaux seit über zwei Jahrtausenden, von der Zeit als römische Hauptstadt Burdigala bis zum goldenen Zeitalter als geschäftigster Hafen Europas im 18. Jahrhundert.
Das Klima ist ozeanisch mit warmen Sommern und milden Wintern. Ideal also, wenn du angenehmes Wetter ohne extreme Temperaturen suchst. Dieser gemäßigte Atlantikeinfluss erstreckt sich über die gesamte Region und lässt die berühmten Weinberge gedeihen, die Bordeaux weltweit zum Synonym für Spitzenwein gemacht haben.
Eine Flusskreuzfahrt mit dem Hausboot in Bordeaux bietet etwas, das Reisen an Land nicht leisten können: Du erlebst die Region so, wie sie gedacht ist, vom Wasser aus. Jahrhunderte lang waren diese Flüsse Lebensadern für Handel, Kultur und Austausch. Heute schenken sie dir eine besonders ruhige Perspektive auf die Schätze Südwestfrankreichs.
Statt hektischer Bustouren oder überfüllter Zugfahrten genießt du auf dem Fluss alles in einem entschleunigten Rhythmus. Du siehst, wie Kalksteinfelsen in terrassierte Weinberge übergehen, mittelalterliche Dörfer hinter sanften Kurven auftauchen und prachtvolle Chateaus direkt am Ufer thronen. Die Wasserwege bringen dich an Orte, die Straßen niemals so intim erschließen können.
Flusskreuzfahrten rund um Bordeaux führen meist über drei unterschiedliche Wasserstraßen: die Garonne aus den spanischen Pyrenäen, die Dordogne im Norden und das Gironde-Ästuar, in dem beide zusammenfließen. Dieses natürliche Netzwerk eröffnet dir Zugang zu Hafenstädten wie Libourne, Cadillac, Blaye und Bourg-sur-Gironde, jede mit eigener Persönlichkeit und Geschichte.
Natürlich kannst du Weinberge auch mit dem Auto besuchen, doch vom Wasser aus wird deutlich, wie eng die Weinregionen mit den Flüssen verbunden sind. Die sanften Hänge entlang der Garonne bringen einige der besten Weine der Welt hervor. Der Einfluss des Flusses auf das Terroir prägt den Weinbau hier seit fast zwei Jahrtausenden, schon seit der Römerzeit.
Wenn du die Besonderheiten dieser Wasserwege kennst, holst du das Beste aus deiner Hausboot-Flusskreuzfahrt heraus.
Das Gironde-Ästuar ist das größte Ästuar Westeuropas. Die Gezeiten geben hier den Fahrplan für die Schiffe vor. Außerdem gibt es ein besonderes Naturphänomen namens Mascaret, eine Gezeitenwelle, die manchmal sogar surfbar ist. Dein Kapitän kennt diese Bedingungen genau, aber mit diesem Wissen wächst auch deine Wertschätzung für die maritime Geschichte der Region.
Frühling und Herbst bieten angenehmes Wetter und weniger Besucher als die Hochsommermonate. Besonders malerisch sind die Weinberge während der Weinlese von Ende September bis Ende Oktober, wenn sich die Farben spektakulär verändern. Der Sommer punktet dafür mit langen Tagen und warmen Temperaturen, perfekt für einen Aperitif am Flussufer.
Die Entfernungen zwischen den Häfen sind überschaubar. Du verbringst mehr Zeit mit Entdecken und weniger mit Fahren. Oft reichen wenige Stunden auf dem Wasser, sodass genug Zeit für Ausflüge, Weinproben und entspannte Spaziergänge durch charmante Dörfer bleibt.
Bordeaux gilt zu Recht als Weinhauptstadt Frankreichs, doch die Stadt und ihr Umland haben weit mehr zu bieten als Reben und Keller.
Der Miroir d’Eau aus dem Jahr 2006 ist das größte Wasserspiegelbecken der Welt. Es liegt direkt vor der eleganten Place de la Bourse aus dem 18. Jahrhundert und zaubert atemberaubende Spiegelungen klassischer französischer Architektur. Bei einem Spaziergang entlang der breiten Kais der Garonne entdeckst du historische Lagerhäuser, Fabriken und Stadtpalais, die von Bordeaux’ reicher Hafenvergangenheit erzählen.
Das Grand Theatre, erbaut zwischen 1775 und 1780, beeindruckt mit seiner Säulenfront und einer monumentalen Doppeltreppe, die später sogar Charles Garnier für die Pariser Oper inspirierte. Die Stadt bewahrt noch Tore der mittelalterlichen Stadtmauer und besitzt Überreste eines römischen Amphitheaters, das einst Platz für 15.000 Zuschauer bot.
Wenn du durch Bordeaux schlenderst, lohnt sich der Blick nach oben. Über 3.000 Mascarons, kunstvoll gemeißelte Steingesichter, schmücken Bögen und Fassaden in der ganzen Stadt. Jede Figur ist einzigartig und macht den Spaziergang zu einer kleinen Schatzsuche.
Am rechten Ufer der Garonne wurde eine ehemalige Militärkaserne in das Darwin Ecosystem verwandelt. Hier treffen Street-Art-Wandbilder auf Skateparks und Bio-Cafes. Dieser kreative, bunte Ort zeigt die moderne Seite von Bordeaux und bildet einen spannenden Kontrast zur klassischen Architektur auf der anderen Flussseite.
Abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten warten diese weniger bekannten Highlights auf neugierige Reisende.
Die Zitadelle von Blaye, Teil des UNESCO-Welterbes der Vauban-Festungen, thront auf einem Felsvorsprung über dem Gironde-Ästuar. Sie wurde im 17. Jahrhundert von Vauban erbaut, um Bordeaux zu schützen. Bis heute ist das Verteidigungssystem mit 1,5 Kilometern Mauern, Toren und faszinierenden unterirdischen Gängen erhalten. Von hier aus hast du einen grandiosen Blick über das größte Ästuar Europas. Die meisten Flusskreuzfahrten legen in Blaye an, was diesen Stopp besonders bequem macht.
Zwischen Blaye und Bourg-sur-Gironde schlängelt sich eine der schönsten Straßen der Gironde. Die Strecke führt durch idyllische Dörfer, vorbei an traditionellen Stelzenhütten der Fischer, imposanten Kalksteinfelsen und weiten Ausblicken über das Ästuar. Viele Ausflüge beinhalten diese Route, und nicht wenige fragen sich danach, ob sie je eine schönere Straße gesehen haben.
Die Region Entre-Deux-Mers liegt im grünen Dreieck zwischen Garonne und Dordogne und wird gern als kleine Toskana bezeichnet. Statt flacher Landschaft wie im Medoc erwarten dich hier sanfte Hügel, Eichenwälder, mittelalterliche Bastiden und Klosterruinen. Die Abbaye de La Sauve Majeure aus dem 11. Jahrhundert, ebenfalls UNESCO-Welterbe und Teil des Jakobswegs, zählt zu den schönsten Sakralbauten der Gironde. Der 47 Kilometer lange Radweg Roger Lapebie, eine ehemalige Bahntrasse, ist ideal, um diese ländliche Gegend entspannt zu erkunden.
Weniger als eine Stunde von Bordeaux entfernt liegt die Bucht von Arcachon mit der höchsten Wanderdüne Europas, der Dune du Pilat. Sie ragt 107 Meter in die Höhe und erstreckt sich fast drei Kilometer entlang der Küste. Der wahre Schatz sind jedoch die Austernzuchtdörfer mit ihren bunten Hütten. Gujan-Mestras, die Austernhauptstadt der Bucht, lädt zu authentischen Verkostungen ein, begleitet von einem kühlen lokalen Weißwein.
Der Canele ist das Kultgebäck von Bordeaux. Außen dunkel karamellisiert, innen weich und cremig, verfeinert mit Rum und Vanille. Seine Geschichte reicht Jahrhunderte zurück, schon 1663 schlossen sich die Canauliers zu einer Zunft zusammen. 1985 wurde sogar eine Bruderschaft zum Schutz der Tradition gegründet. Im Viertel Chartrons, einst Zentrum britischer Weinhändler, findest du heute gemütliche Läden und Cafes, in denen du diese Spezialität genießen kannst, umgeben von maritimer Geschichte.
Die Küche von Bordeaux ist weit mehr als nur eine Begleitung zum Wein, auch wenn beides untrennbar zusammengehört.
Der Marche des Capucins ist der größte tägliche Markt der Stadt und ein Fest für alle Sinne mit frischen Produkten, Gewürzen, Gebäck und lebhaften Cafes. Sonntags zieht es viele Einheimische zum Markt am Quai des Chartrons, wo Austern und trockener Weißwein zusammengehören. Moderner geht es im Marche de Bacalan nahe der Cite du Vin zu, mit handwerklichen Produkten in stylischem Ambiente.
Neben dem Canele ist Bordeaux für seine traditionsreichen Chocolatiers bekannt. Cadiot-Badie besteht seit 1826 und ist die älteste Chocolaterie der Stadt. Saunion, gegründet 1893, ist berühmt für seine Hausspezialitäten. Beide stehen für eine lange Tradition, die an Bordeaux’ Rolle im kolonialen Handel erinnert.
Von deiner Flusskreuzfahrt aus erreichst du legendäre Appellationen wie Saint-Emilion, ein mittelalterliches UNESCO-Dorf mitten in den Weinbergen, Pauillac als Tor zum Medoc oder Sauternes, berühmt für seine goldenen Süßweine aus Edelfäule. Allein Entre-Deux-Mers vereint siebzehn verschiedene AOC-Herkünfte auf engem Raum.
Die Geschichte, die dir in Bordeaux begegnet, verleiht jedem Flussblick und jedem Weinberg eine besondere Tiefe.
Als Burdigala war Bordeaux die Hauptstadt der römischen Provinz Aquitanien, die sich von den Pyrenäen bis zur Loire erstreckte. Die Römer brachten im ersten Jahrhundert Rebstöcke in die Region und begründeten eine Weintradition, die bis heute ununterbrochen fortbesteht. Die Überreste des römischen Amphitheaters, das Palais Gallien, sind noch immer zwischen modernen Gebäuden zu entdecken.
Mit der Heirat von Eleonore von Aquitanien und Heinrich II. im Jahr 1154 kam Bordeaux fast 300 Jahre unter englische Kontrolle. Der Handel mit den britischen Inseln florierte, steuerliche Sonderrechte kurbelten den Weinexport an. Richard II., König von England, wurde 1377 in Bordeaux geboren. Erst nach der Schlacht von Castillon 1453 endete der englische Einfluss.
Im 18. Jahrhundert war Bordeaux der geschäftigste Hafen Europas und nach London der zweitgrößte der Welt. Kaffee, Kakao, Zucker, Baumwolle und Indigo wurden hier umgeschlagen. Der Wohlstand finanzierte die Stadtentwicklung, die heute UNESCO-geschützt ist. Rund 5.000 Gebäude in der Innenstadt stammen aus dieser Epoche.
Der Flughafen Bordeaux-Merignac liegt 12 Kilometer westlich des Zentrums und bietet Verbindungen zu vielen europäischen Zielen. Mit dem TGV erreichst du Paris in etwa zwei Stunden, ideal, wenn du deine Reise mit der Bahn kombinierst.
Bordeaux verfügt über ein hervorragendes Tramnetz mit vier modernen Linien, die werktags von früh morgens bis Mitternacht fahren, am Wochenende sogar länger. Fluss-Shuttles ergänzen den Nahverkehr und bieten schöne Überfahrten auf der Garonne. Außerdem gibt es viele geschützte Radwege und ein dichtes Bike-Sharing-Netz.
Französisch ist die Amtssprache, doch in touristischen Bereichen, Hotels und Weingütern wird häufig Englisch verstanden. In kleineren Orten freuen sich die Einheimischen über ein paar französische Worte. Ein kleiner Versuch öffnet oft viele Türen.
Eine Hausboot-Flusskreuzfahrt in Bordeaux ist eine seltene Gelegenheit, den Südwesten Frankreichs besonders intensiv und authentisch zu erleben. Ob dich die weltberühmten Weine, die UNESCO-Architektur, die spannende Geschichte oder einfach das sanfte Vorüberziehen der Landschaften vom Wasser aus begeistern, diese Region hinterlässt Eindrücke, die lange nachwirken.
Buche jetzt deine Hausboot-Flusskreuzfahrt und lass dich von Garonne, Dordogne und Gironde durch eine der faszinierendsten Regionen Frankreichs tragen, wo jede Flussbiegung ein neues Kapitel einer über zweitausendjährigen Geschichte offenbart.